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Zum internationalen Tag der psychischen Gesundheit 10. Oktober

WHO-Thema 2018: YOUNG PEOPLE AND MENTAL HEALTH IN A CHANGING WORLD

- denn die Hälfte aller psychischen Erkrankungen beginnen bis ins Alter von 14 Jahren

zur WHO-Website 2018 (engl.)

 

Der Tag der psychischen Gesundheit wurde 1992 vom Weltverband für psychische Gesundheit (WFMH) gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Jedes Jahr bestimmt die WHO ein Schwerpunktthema.

Ein Bericht des BAG bestätigte 2017: Das Engagement für die psychische Gesundheit muss weiter intensiviert werden. Menschen mit psychischen Erkrankungen sterben bis zu 25 Jahre früher. Dabei erklären Suizide nur einen kleinen Teil der verkürzten Lebenserwartung. Neben dem körperlichen Wohlbefinden lässt sich auch die psychische Gesundheit der Bevölkerung durch präventive und gesundheitsfördernde Massnahmen entscheidend verbessern.

Der Tag der psychischen Gesundheit ist wichtig, um die Enttabuisierung weiter voranzutreiben. Denn für die Schweiz (wie auch ähnlich für andere Länder) wird nach wie vor eine «enorme und tief verwurzelte Stigmatisierung psychischer Krankheiten» festgestellt (Obsan 2008).

Stigmatisierung äussert sich auf persönlicher Ebene unter anderem in deutlich verringertem Selbstwertgefühl der Betroffenen. Sie erschwert das rechtzeitige Aufsuchen professioneller Hilfe und führt so zu einer Unterbehandlung psychischer Krankheiten. Studien schätzen für Europa, dass weniger als ein Drittel aller Personen mit einer psychischen Störung professionelle Hilfe erhalten. Auch für die Schweiz deuten die Zahlen auf eine Unterversorgung hin.

Aktionen in der Deutschschweiz

Verschiedenste Organisationen der Deutschschweiz nutzen den Tag der psychischen Gesundheit für die Sensibilisierung und Information zu Themen rund um die psychische Gesundheit. So wurden in den vergangenen Jahren in einzelnen Kantonen Aktionstage mit Strassenanlässen, Filmvorführungen, Vorträgen, Informationsparcours oder Tagen der offenen Tür durchgeführt, z.B. in psychiatrischen Kliniken. Auch dieses Jahr werden verschiedene Kantone den Tag dazu nutzen, die Bevölkerung für die psychische Gesundheit zu sensibilisieren.

Zudem war in den vergangenen vier Jahren rund um den 10.10. in vielen Kantonen der Deutschschweiz die Kampagne «Wie geht’s Dir?» (www.wie-gehts-dir.ch)  zu sehen. Sie trägt das Thema psychische Gesundheit in den öffentlichen Raum und ermuntert dazu, auch über psychische Probleme zu sprechen. Damit wird eine wichtige Ressource gestärkt, nämlich soziale Beziehungen. Ab dem 10.10.2018 wird die Kampagne in der gesamten Deutschschweiz zu sehen sein. 

Aktionen in der lateinischen Schweiz

Seit fast 15 Jahren organisiert die Coraasp* in der Romandie anlässlich des 10. Oktober jeweils Sensibilisierungsaktionen und führt in einer Stadt einen grösseren Anlass durch. Auf spielerische Weise will man die Leute dazu bringen, sich damit auseinanderzusetzen, was sich positiv auf unser Wohlbefinden und unsere psychische Gesundheit auswirkt. Die Mitglieder der Coraasp übertreffen sich jedes Jahr mit neuen kreativen Ideen, um den Austausch mit der Bevölkerung anzuregen.** An einem 10. Oktober – im Jahr 2016 – wurde auch die Partnerschaft zwischen den lateinischen Kantonen mit der Schaffung einer Internetplattform zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Romandie und im Tessin konkretisiert: www.psy-gesundheit.ch / www.santépsy.ch / www.salutepsi.ch . Diese Zusammenarbeit soll nun mit einer Kampagne zur Förderung der psychischen Gesundheit (2018−2021) weiter vertieft werden. Die Kampagne wird von den lateinischen Kantonen, Gesundheitsförderung Schweiz und der Coraasp am 10. Oktober in Sierre feierlich lanciert.

* Coordination romande des associations d’action pour la santé psychique

** Beispiele von Aktionen: www.coraasp.ch/pages/communication/journee-mondiale-de-la-sante-mentale/journee-mondiale-de-la-sante-mentale-2018-262

 

Text von Alexia Fournier, santéPsy, Florence Nater, Coraasp, Annett Niklaus, Wie-geht’s-dir?, und Alfred Künzler, Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz.

 

Weitere Informationen zum Tag der psychischen Gesundheit:
www.npg-rsp.ch/de/projekte/1010-internationaler-tag-der-psychischen-gesundheit.html