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Zwischenevaluation der Nationalen Strategien NCD und Sucht

Psychische Gesundheit wird mit beachtet

Präventionsstrategien in der Halbzeit

Nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Sucht verursachen in der Schweiz viel Leid und Kosten. Mehr Menschen sollen gesund bleiben. Und mehr Menschen sollen trotz chronischer Krankheit oder Abhängigkeit eine gute Lebensqualität haben. Für diese Ziele arbeiten seit 2017 zahlreiche Partner nach der nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und nach der nationalen Strategie Sucht. Zur Halbzeit stellen sich die Fragen: Was haben die Strategien bisher gebracht, was muss angepasst werden?

Ein gesunder Lebensstil kann nichtübertragbare Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes vermeiden oder deren Folgen lindern. Ganz unterschiedliche Massnahmen fördern einen gesunden Lebensstil: Das reicht von baulichen Massnahmen, welche Bewegung erleichtern, über die Förderung der individuellen Gesundheitskompetenz bis zur Vollzugskontrolle von Gesetzen, die den Konsum von Substanzen regeln. Die nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und die nationale Strategie Sucht bündeln diese breiten Massnahmen. Sie sorgen für eine gemeinsame Ausrichtung und gemeinsame Ziele. Beide Strategien laufen von 2017-2024.

Zwischenevaluation zeigt: Umsetzung läuft, ist aber anspruchsvoll

In der ersten Halbzeit der Strategien sind zahlreiche Konzepte und Projekte entstanden. Einige ausgewählte Beispiele:

  • Das neue Monitoring-System www.monam.ch liefert allen Umsetzungspartnern Zahlen zu Sucht und nichtübertragbaren Krankheiten.
  • Gesundheitsförderung Schweiz und das BAG haben zahlreiche Projekte unterstützt, welche die Prävention in der Gesundheitsversorgung stärken.
  • Mit der Informationsplattform «Praxis Suchtmedizin» hat die Ärzteschaft die Suchtmedizin stärker in der Grundversorgung verankert.
  • Das Konzept Früherkennung und Frühintervention wurde auf verschiedene Settings und Lebensphasen ausgeweitet.
  • Für die Gesundheitsförderung und Prävention in der frühen Kindheit hat die ZHAW neue Grundlagen erarbeitet.
  • Gesundheitsförderung Schweiz entwickelte branchenspezifischen Lösungen im Bereich «Betriebliches Gesundheitsmanagement», z.B. für Mitarbeitende in den Schulen.
  • Das Online-Beratungsportal zu Suchtfragen «www.Safezone.ch» wurde weiterentwickelt.

Die Umsetzung der beiden Strategien läuft insgesamt plangemäss. Sie ist aber für alle Beteiligten anspruchsvoll: Die Zusammenarbeit ist freiwillig, der Koordinationsaufwand sehr gross. Zahlreiche Kantone setzen inzwischen ebenfalls Strategien um, die sich an den nationalen Grundlagen orientieren, also gleichzeitig mehreren Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten vorbeugen oder bereichsübergreifende Suchtprävention betreiben.

Angepasste Massnahmenpläne für 2021 bis 2024

Am 19. August 2020 hat der Bundesrat die Massnahmenpläne zur Kenntnis genommen, die nun in den Jahren 2021 bis 2024 umgesetzt werden. Dies sowohl für die NCD-Strategie wie auch für die Nationale Strategie Sucht. Mit den Erfahrungen der ersten Halbzeit und den Ergebnissen aus der Evaluation haben die Träger der Strategien (BAG, GDK und Gesundheitsförderung Schweiz) die einzelnen Massnahmen und Aktivitäten konkretisiert und an aktuelle Herausforderungen angepasst. Beispielsweise hat es den Nutzen der neu konzipierten digitalen Austauschplattform Kommunikation ausformuliert: Die Plattform offeriert den Partnern einerseits alle Informationen rund um die Themen der nationalen Strategien NCD und Sucht sowie psychische Gesundheit (inkl. Suizidprävention) und porträtiert die Aktivitäten und Angebote des BAG. Zudem ermöglicht sie den Partnern, ihre Angebote darzustellen und den Austausch zu pflegen. Die Plattform steht den Partnern ab Frühling 2021 zur Verfügung.

Noch mehr als in der ersten Halbzeit werden Synergien genutzt – sowohl zwischen den Trägern und wichtigsten Akteuren wie auch zwischen den Bereichen Sucht, NCD und psychische Gesundheit. Weiter ist neu die Demenzprävention in den Massnahmenplänen festgehalten.